Pfingstkonzert 7 - Montag, 25. Mai 2026
Montag, 25.05.2026 11:45 Uhr
Konzert 7 — Endspiel
Der Schwan singt am Ende, sagt der Mythos – traurig, aberschöner als je zuvor. Kein Klagegesang, sondern ein letzter,leuchtender Ton: der Schwanengesang.Schubert war schon tot, als sein Verleger aus seinen letztenLiedern den Zyklus machte, den wir heute so nennen. AuchBrahms hatte sich verabschiedet – vom Komponieren, vomLärm der Welt. Doch dann kam Richard Mühlfeld, und mit ihmeine Stimme, die alles wieder aufbrechen liess: weich, süss,wie aus einer anderen Zeit. Brahms nannte ihn «FräuleinKlarinette». Was dann entstand, ist kein Alterswerk, sondernein Werk über das Alter, ein Memento mori aus Tönen. Unddoch ist das Ganze auch eine Liebeserklärung – an ClaraSchumann, an die Musik, an das leise Fortleben im Rückblick.Im Adagio ahnt man das Zymbal, hört ungarische Schattentanzen und erlebt, wie ein einziger Ton – der letzte – vielleichtnicht gelingt. Vielleicht auch doch. Und das Finale? Variationenwie Abschiede. Ein Aufbäumen, ein Schweigen, ein Schrei.Dann ein Akkord – wie ein Amen. Nicht als Schluss. Sondernals Übergang. Denn wer aufhört, sagt noch einmal alles. Undwer alles gesagt hat, fängt vielleicht gerade erst an.
Gérard Pesson Nebenstück für Klarinette und Streichquartett (nach Ballade op. 10/4 von J. Brahms)
Franz Schubert Lieder von Ludwig Rellstab aus Schwanengesang D 957 für Singstimme und Klavier
Johannes Brahms Klarinettenquintett h-Moll op. 115