Sebastian Bausch, Orgel

Sonntag, 29.08.2021 16:00 Uhr

Sebastian Bausch, Orgel

Sonntag, 29.08.2021 16:00 Uhr
VON DER VOKALPOLYPHONIE ZUR SINFONIE – SÜDDEUTSCHE ORGELMUSIK

Werke von Frescobaldi, Scherer, Kerll, Schneider, Bachmann, Grünberger

Nicht nur in der Architektur der Kirchen, sondern auch in ihren Musikbibliotheken haben die Klöster Süddeutschlands ein reiches kulturelles Erbe hinterlassen. Unter anderem zeigen Handschriften aus der Abtei Neresheim die Entwicklung der süddeutschen Orgelmusik auf. Diese stand zu Beginn des 17. Jahrhunderts noch ganz in der Tradition der Renaissance-Vokalpolyphonie. Es finden sich in der Neresheimer Orgeltabulatur Motetten-Kolorierungen namhafter Meister wie Hassler, Palestrina oder Senfl. Langsam wurden die Einflüsse des italienischen Frühbarocks spürbar, der über die Linie „Frescobaldi – Froberger – Kerll“ bis ans Ende des 17. Jahrhunderts prägend blieb. So sehr dieser Stil am Ende des 17. Jahrhunderts bereits altmodisch wirkte, so schnell fasste in Süddeutschland dann der neue, galante Stil Fuss. Bald hatten die homophone Setzweise in Concerten, Sonaten und Suiten die alten Formen und die strenge Polyphonie verdrängt. Auch die Orgeln des ausgehenden 18. Jahrhunderts weisen klanglich den Weg zu einer orchestralen Ästhetik. Manche Werke klingen wie auf die Orgel übertragene klassische Sinfonien.

Konzertdauer: ca. 70 Minuten

Am Konzert ist Maskenpflicht, damit wir möglichst vielen Besucher*innen diesen Genuss ermöglichen können.